Vacation
Chercher la nuit...

In den letzten Tagen ist nicht viel Besonderes passiert, ich hab gearbeitet und hatte heute frei. Den Tag über hab ich mein eBay verwaltet, hab ferngesehen, gebadet und vor allem lang ausgeschlafen, nachdem ich letzte Nacht ziemlich lange in ein sehr gutes ICQ-Gespräch über Paris vertieft war und erst gegen vier ins Bett bin....

Auf jeden Fall bin ich gerade dabei, mir eine Übernachtung für Paris zu suchen. Meine erste Wahl war ja das Paris Hilton (allein der Titel ist schon abartig genug ). Direkt am Eiffelturm, ich hätte die ganze Nacht dieses Geglitzer, das mir so Herzklopfen bereitet, direkt in Megagröße vor dem Fenster gehabt direkt am Champ de Mars, perfekt um abends noch eine Runde um den Park um den Eiffelturm zu drehen und danach mit dem Licht des Eiffelturms einzuschlafen. Aber, was dagegen spricht, ist dann doch was anderes. Nicht das Finanzielle, nein, ich hab genug geschuftet, um mir Paris zu finanzieren.

Es ist eher das Herz. Ich hab nachgedacht, warum ich nach Paris fahre. Es ist wegen der Lebensart, wegen der Leichtigkeit, dem Gutfühlen, das Leben zu spüren, wegen dem savoir vivre und alldem, was ich jetzt brauche.

Deshalb hab ich beschlossen, mir ein kleines Hotel in (wo auch sonst?) Montmartre zu suchen, in irgendeiner Gasse bei der Sacre Coeur, unweit meinem Café des deux Moulins, wo ich stundenlang sitzen und philosophieren kann, morgens durch dieses hügelige Künstlerviertel zu spazieren, die Leichtigkeit, die Melancholie, die Lebensfreude dort zu spüren. Das geht dort wie nirgendwo anders. Nirgendwo anders in Paris fühlt man Liebe, Leidenschaft und sein eigenes Ich so sehr wie dort. Es ist ein ganz anderes Paris als das, was man auf der Champs Elysées lebt. Nichts Luxus, nichts Haute Couture, keine Hektik.

Die Menschen in Montmartre sitzen vor ihren Häuschen. Fühlen, leben, erfreuen sich an jeder Sekunde, mit allen fünf Sinnen. Sind zufrieden, mit dem was sie besitzen, was sie sich erschaffen haben. Alles, was sich außerhalb dieser kleinen Welt abspielt, zählt für sie nicht. Mir erscheint es jedes Mal, als lebe dort jede einzelne Person seinen eigenen kleinen Traum. Der eine hat eine kleine Pâtisserie und stellt den ganzen Tag Zuckertörtchen her. Der andere malt den ganzen Tag vor seiner Haustür. Und wieder ein anderer sitzt bis spätabends an der Sacre Coeur und spielt Gitarre.

So viele einzelne Persönlichkeiten, so viele Lebensgeschichten, die man nicht selten mitbekommt, wenn man in so einem kleinen verschlafenen alten Häuschen übernachtet. Morgens aufzuwachen, eine knarzige Altbau-Balkontür zu öffnen, auf den schmalen Gusseisen-Balkon zu treten, die Luft einzuatmen und den weiten Ausblick über die Dächer von Paris zu genießen, während unter einem in den Gassen schon das Leben mit Marktständen, Gesang, Schubkarren, Caféduft spielt. Das ist das Faszinierende daran. Jeder, der schon einmal in diesem Quartier namens Montmartre war, weiß, wovon ich rede. Allen anderen empfehle ich das wirklich von ganzem Herzen. Dieses Viertel kann ein Leben verändern, wenn man es nur an sich heranlässt. Und gerade das ist es, was Paris für mich ausmacht. Gerade das hilft mir, mal wieder über alles nachzudenken, wo meine Ziele, meine Wünsche und Träume liegen. Hilft mir, meine Persönlichkeit immer wieder besser kennenzulernen und mich für Neues zu inspirieren.

So viel mal für heute Abend.

Liebe Grüße,

eure Romy -x-

 

23.2.08 00:21
 


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